Prognoseinstrumente Rückfall-Prognosen: schlechte Trefferquote

In den USA werden in der Justiz Algorithmen eingesetzt, um zum Beispiel das Rückfallrisiko von straffälligen Personen vorherzusagen. Die Prognoseentscheidungen fließen in den Entscheidungsprozess bei Gericht ein. Auf dem amerikanischen Markt werden verschiedene Systeme angeboten und von verschiedenen Strafgerichten eingesetzt. „Seit dem Jahr 2000 hat beispielsweise das von der Firma Northpointe entwickelte COMPAS-oder Equivant-System bereits mehr als eine Million Straftäter bewertet. “Im Rahmen eines Experiments, das im Fachmagazin Science Advances“ publiziert wurde, wurde festgestellt:„Die Trefferquote dieser Software liegt nicht höher als die von zufällig ausgewählten Internetnutzern.“ Weiter:„Als Forscher, die Treffsicherheit von COMPAS auf Basis von 70 Fällen der Jahre 2013 und 2014 überprüften, stellten sie fest: Die Software lag nur bei rund 65 Prozent seiner Vorhersagen richtig.“ Bei der Überprüfung ist, abgesehen von der Fehlerquote, eine weitere Unregelmäßigkeit transparent geworden.


So wurde weiterhin festgestellt:„Bei Weißen irrte die Software eher zugunsten der Angeklagten, bei Schwarzen dagegen prognostizierte sie doppelt so oft fälschlicherweise einen Rückfall.“ Unter den 137 Merkmalen, die die Software zur Beurteilung benutzt, finden sich jedoch keine Informationen zu Rassenzugehörigkeit. Wie genau der Algorithmus entscheidet, wollten die Hersteller nicht preisgeben.


www.scinexx.de/wissen-aktuell-22312-2018-01-18html]

Artikel: Science Advances, 2018; doi: io.ii26/sciadv.aaos580)

    Kommentare

    Hauptsache weggesperrt.


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